Die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kenten 1450/1924 im Wandel der Zeit

Durch die Pfarrerhebung im Jahr 1921 wurde die Kirchengemeinde Kenten selbstständig. Urkundlich erwähnt wurde Kenten erstmals im Jahr 1115 in einer Urkunde des damaligen Erzbischofs von Köln, Friedrich I.

Die Kentener Männer und Jungmänner gehörten bis zur Gründung der eigenen Schützenbruderschaft im Jahr 1924 der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Bergheim von 1450 der Mutterpfarrei St. Remigius Bergheim an.

Die Neugründung 1924 war daher in Wirklichkeit die Fortführung einer fast 500-jährigen Bruderschaftstradition. So hat sich aus der geschichtlichen Überlieferung und des althergebrachten Brauchtums das Beständige in neuer Form fortentwickelt bis in unsere Zeit.

„Aus alter Wurzel neue Kraft", so lautet ein Motto der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften der Nachkriegszeit. Ein Blick auf die Wurzel darf uns in aller Bescheidenheit zu einem selbstbewussten Rückblick veranlassen.

Wir, als die Erben, dürfen die Feststellung treffen:

Unsere Schützenbruderschaften haben sich im Laufe der Geschichte in einem hohen Masse um die Stadt und Gemeinde Bergheim-Kenten verdient gemacht.

Nicht ganz ohne Stolz dürfen wir dies sagen, heute in einer Zeit, die nur oft vorwärts zu schauen scheint, ungebunden und wenig traditionsverhaftet.

Im Ringen zwischen Traditionsverpflichtung einerseits und zeitgemäßer Ausdrucksform andererseits, haben wir uns darum zu bemühen, den Verpflichtungen unserer freiwillig übernommenen Aufgabe in heutiger Zeit gerecht zu werden.

Altes überliefertes Brauchtum zu erhalten und umzusetzen, entsprechend den Erfordernissen und Erkenntnissen unserer Tage, ist somit eine der Hauptaufgaben, die der Bruderschaft heute obliegen. Dabei muss es uns gelingen, wieder die Hochschätzung des Althegebrachten aufzuwecken, ohne dabei den Wert des Neuen, Vorwährtsdrängenden und Gegenwartsbejahenden aus dem Auge zu verlieren.

Es kann uns in der Bewältigung der heutigen Probleme recht hilfreich sein zu wissen, wie unsere Vorfahren in oft sehr schwieriger Zeit sich mutig der Verpflichtung zum Dienst am Mitbruder stellten, wobei opferbereites und soziales Verhalten in der Bruderschaft von Anfang an eine herausragende Bedeutung gehabt haben.

Dem Erbe verpflichtet, 474 Jahre nach Gründung der Bergheimer St. Sebastianus Schützenbruderschaft stellten sich im Jahr 1924 die Kentener Schützen nun in einer eigenen Bruderschaft weiter den Auftrag für Glaube, Sitte und Heimat einzustehen, ein Auftrag, der heute zeitgemäßer ist denn je.

entnommen der Festschrift zum Bezirksbundesfest 1986 in Kenten,

Verfasser: Hauptschulrektor a.D. Hans Abholte